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Sparta

Kaum eine griechische Polis wurde im Laufe der Zeit mehr diskutiert als die von Sparta. Für die einen kommt sie einem Idealstaat nahe, andere hingegen sehen in ihr ein menschenverachtendes System, das auf der Ausbeutung anderer beruht.

Ursprünglich wurde Sparta aus vier Dörfern dorischer Eroberer aus dem dalmatinisch-albanischen Raum gegründet, die irgendwann im "Dunkeln Zeitalter" zwischen 1050 und 800 v. Chr. in die fruchtbaren Ebenen Lakoniens gekommen sind, genauer gesagt in die fruchtbare Ebene des Eurotas, und die dort lebenden Völker fortan unterdrückten. Bereits zuvor wurden in dieser Gegend phönizische Niederlassungen gegründet.

Später herrschten die Spartaner fast über die gesamten Peloponnes, darunter auch Messenien, und sicherten sich über den "Peloponnesischen Bund", die Macht über einflussreiche Stadtstaaten wie Korinth, Megara und Elis und waren eine Zeit lang Hegemonialmacht über ganz Griechenland.

Aber anders als Athen bestand Sparta nur aus einzelnen, weit verstreuten öffentlichen Bauten und Tempel und noch nicht einmal eine Stadtmauer umgab die Häuser, diese sollte erst in späterer Epoche errichtet werden. Nur ein Massiv im Westen und ein Gebirge im Osten schirmten das Eurotas-Tal vor Feinden ab.

Der Ruf der spartanische Krieger war im ganzen Mittelmeerraum bekannt, spätestens nach der Schlacht am Thermopylenpass 480 v. Chr., wo unter Leonidas 300 spartanische Hopliten gegen mehrere tausend Perser gekämpft haben und treu dem Gesetz bis zum letzten Mann Widerstand geleistet haben.

"Wenn ich euch besiegt habe, werden eure Häuser brennen, eure Städte in Flammen stehen und eure Frauen zu Witwen."

Antwort der Spartaner in der lakonischen Redekunst:

"Wenn."

[Quelle: Wikipdeia - Lakonisch]

Das Geheimnis, das Sparta die Macht sicherte, war der einzigartige Staatsaufbau, der auf den Krieg zugeschnitten war und das Wohl jedes Bürgers dem Staate unter ordnete. Es gab keine Aristokratie und kaum privaten Reichtum und man schottete sich Fremden gegenüber ab. Die ersten Staatsbürger, die so genannten Homoioi, waren dazu verpflichtet, ihre Kriegskünste zu perfektionieren und zu heiraten. Reisen ins Ausland war jedoch verboten und die Anhäufung von Vermögen wurde zumindest theoretisch kontrolliert. Doch vor allem mischte sich der Staat in die Erziehung der Kinder ein, insbesondere bei den Jungen.

Diese wurden, falls sie nach der Geburt durch den Ältestenrat als zu schwach befunden wurden, in den Bergen ausgesetzt, da nur die Stärksten gefördert wurden. Mit sieben Jahren wurden die Jungen von den Eltern getrennt und mussten in ein Internat, wo sie lesen, schreiben, Staatskunde, die lakonische Redekunst und das Militärwesen erlernten.

Außerdem mussten sie Kälte, Schmerz, Hunger und Durst klanglos ertragen. Überwacht wurden sie dabei von älteren Schülern die Fehltritte mit Peitschenhieben bestraften. Sie schliefen auf dünnen Schilfmatten, liefen stets barfuß und durften nicht mehr als einen Mantel pro Jahr tragen. Außerdem mussten sie Wettkämpfe und Initiationsriten ertragen, wo ihre Ausdauer, Wagemut und Ehrgeiz getestet wurde.

Jeder Vollbürger musste sich außerdem einer Speisegemeinschaft anschließen, die außerdem eine Einheit im Heer bildete. Des weiteren musste jeder von ihnen einen bestimmten Beitrag im Monat leisten und wer dies nicht konnte, verlor seine Bürgerrechte.

Die Mädchen wurden in Ringkampf, Wettlauf, Diskus- und Speerwurf ausgebildet und wurden darauf vorbereitet, als Erwachsene einen Haushalt zu führen.

Unterstützt wurde das einzige griechische Berufsheer durch rund 120.000 freie, aber nicht als Vollbürger anerkannte Perioikoi, die als Händler, Handwerker und Bauern die Umgebung besiedelten.

Es ist die erste strenge totalitäre, militärische Verfassung der Weltgeschichte, die nach spartanischer Mythologie in dem Orakel von Delphi von den Göttern ausgerufen und durch Lykurg verkündet wurde.

Außerdem verzichtete Sparta, bis auf die in Süditalien gegründete Stadt Tarent, auf die Kolonisierung.

464 v. Chr. fand ein schweres Erdbeben in Lakonien statt, das am verheerendsten in Sparta wütete. Nach Plutarch soll das Erdbeben das "schwerste seit Menschengedenken" gewesen sein. Die Gerusia, der Ältestenrat der Stadt, deutet dieses Inferno als göttliche Strafe von Poseidon.

Für die Heloten, den Sklaven Spartas, die etwa 200.000 Menschen ausmachten und die von der Armee Spartas während ihrer Eroberungszüge unterworfen wurden, diente das Erdbeben als Startsignal für einen Aufstand, zumal Sparta nur etwa 8.000 Vollbürger besaß und diese, die Heloten unterdrückten und im Zuge ihrer Ausbildung (Krypteia) sogar aus dem Hinterhalt grundlos töteten.

Die meisten der Heloten arbeiteten auf den Feldern und mussten einen Großteil der Ernte abgeben und hatten kaum Rechte, die einzige Möglichkeit ihre Freiheit zurück zu gewinnen bestand im Krieg als leicht bewaffnete Infanterie.

Aber vor allem in Messenien kam es immer wieder zu Aufständen, denen zahlreiche spartanische Vollbürger in den Kämpfen zum Opfer gefallen sind. Besonders blutig war der zweite Messenische Krieg, der Jahrzehnte tobte und Spartas Haltung grundlegend veränderte.

Doch nach dem Erdbeben kam es zu zahlreichen Kämpfen, wo leicht bewaffnete Heloten gegen die in blutroten Gewändern Gekleideten, schwer bewaffneten und mit Brustpanzern, Beinschienen, Schilden und bronzenen Helmen gut gerüsteten spartanische Soldaten um ihre Freiheit kämpften. Auch wenn viele Aufständische von den gut Ausgebildeten und in der Phalanx kämpfenden spartanischen Soldaten regelrecht abgeschlachtet wurden, kämpften sie mit dem Mut der Verzweiflung weiter und etwa 2000 verschanzten sich auf Berg Ithome. Jahrelang kam es hier zu einem Stellungskrieg ohne das eine Seite den Kampf für sich entscheiden konnte und so riefen die Spartaner ihre Verbündeten zu Hilfe und so griffen 4000 Soldaten aus Athen, die seit den Kämpfen gegen die Perser die Alliierten waren, auf spartanischer Seite in die Kämpfe ein, doch auch sie konnten den Kampf nicht gewinnen und wurden wieder zurückgeschickt. Was zu Spannungen führte und es kurz darauf zu einem Bruch zwischen Athen und Sparta kam der 30 Jahre später im Peloponnesischen Krieg gipfelte, den 404 v. Chr. Sparta für sich entscheiden konnte.

Der Kampf gegen die Heloten am Berg Ithome allerdings endete in einem Kompromiss und die "Sklaven" durften bei freien Geleit ins Exil abziehen. Doch die zahlreichen Kämpfe ließen das spartanische Heer ausbluten und während des Peloponnesischen Krieges war Sparta sogar zu einem Waffenstillstand bereit, um 120 Vollbürgern das Leben zu retten. Außerdem wurde während des Peloponnesischen Krieges die kleinasiatische Küste an die Perser verloren und erst unter Alexander dem Großen wieder griechisch.

Reformen, um die starre Gesellschaftsordnungen aufzubrechen und mehr Vollbürger zu "produzieren" scheiterten und so kam es, das sich auf Anstiften der Perser Athen, Theben, Korinth und Argos gegen Sparta verbündeten und 395 v. Chr. der so genannte Korinthische Krieg begann, den Sparta 387 v. Chr. durch den mit dem Perserreich vereinbarten Königsfrieden beenden konnte.

371. v. Chr. kam es dann zur ersten totalen Niederlage einer Feldschlacht und der Nimbus der Unbesiegbarkeit war verloren. Die Unfähigkeit ausreichend kampffähige Männer hervorzubringen führte zum Niedergang dieses menschenverachteten Systems.

Im Jahr 222 v. Chr. wurde Sparta sogar zum ersten Mal in seiner Geschichte von einem fremden Makedonischen Heer besetzt, bevor ganz Griechenland römische Provinz wurde.

Mittwoch, 26. April 2017, 19:30 Uhr
Letztes Update am 01.01.1970 um 01:00 Uhr
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