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Mechanismus von Antikythera

Der Mechanismus von Antikythera ist ein antikes Artefakt, von dem man glaubt, das es eine Art von Analogrechner darstellt, dessen Zweck darin bestand, die Bewegungen der Himmelskörper zu berechnen.

Gefunden wurde das Objekt in einem griechischen Schiffswrack vor der Insel Antikythera, zwischen Kythera und Kreta, und auf das Jahr 87 v. Chr. datiert.

Das Wrack wurde 1900 in einer Tiefe von 43 m gefunden. Neben dem zahnradgetriebenen Artefakt entdeckte man dort außerdem zahlreiche Statuen und andere Kunstschätze.

Das aus Bronze hergestellt Objekt ist die älteste erhaltene Zahnrad-Apparatur und ist heute noch für die Wissenschaftler ein Mysterium, weil es ein Differenzialgetriebe enthält, das nach der herkömmlichen Meinung erst im 13. Jahrhundert erfunden wurde. Deshalb wurden die Untersuchungsergebnisse der Archäologin Spyridon Stais vom 17. Mai 1902 zunächst auch angezweifelt und der Mechanismus als Fälschung tituliert.

Berühmt wurde das Objekt durch einen Artikel in Scientific American vom Wissenschaftshistoriker Derek de Solla Price von der Yale-Universität  im Juni 1959. Seitdem wurde das Objekt mehrmals in modernen Laboratorien untersucht und auch geröntgt und heute gibt es an der Echtheit keinen Zweifel mehr.

Neben dem inneren komplexen Zahnradmechanismus fand man auch einige griechische Beschriftungen auf den Überresten, die Hinweise auf den damals gebräuchlichen Kalender, auf die Sonne und den Mond geben.

Doch die verblüffendste Entdeckung wurde bei einer Rekonstruktion des Artefakts 2002 von Michael Wright, Kurator vom Science Museum in London, gemacht. Glaubte man zunächst anhand des Objektes nur den Lauf der Sonne und des Mondes vorhersagen zu können, zeigte Wright, dass man auch die Bewegung von Jupiter, Saturn, Venus, Merkur und Mars modellieren kann und damit die Bewegung aller bekannten Planeten der Antike.

Durch diese Entdeckung könnte eine schriftliche Überlieferung von Cicero an Bedeutung gewinnen, welche von so einer Apparatur handelt und angeblich von dem griechischen Philosoph und Universalgelehrten Poseidonios (* 135 v. Chr.; † 51 v. Chr.) entwickelt worden ist.

Der Original Mechanismus befindet sich weiterhin im griechischen Nationalmuseum in Athen, während sich eine Replik im American Computer Museum in Bozeman, Montana befindet.

Doch dieser Mechanismus zeigt eindeutig, dass das technische Know How der Antike fortschrittlicher war als bisher gedacht. Dem widmet sich auch ein Buch des italienischen Physikers Lucio Russo, Professor an der Universität von Rom, das in der englischen Übersetzung den Titel trägt: „The Forgotten Revolution: How Science Was Born in 300 BC and Why it Had to Be Reborn".

Mittwoch, 26. April 2017, 19:32 Uhr
Letztes Update am 01.01.1970 um 01:00 Uhr
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